Übersicht zur Flüchtlingsarbeit in der SGE

Aus der egalitären Bewegung des 19. Jahrhunderts bildete sich in Egelsbach bereits 1874 der Arbeiter-, Turn- und Sportverein. Gemeinsam mit der Turngemeinde, dem Fußballclub und dem Arbeiter-Radfahrerverein wurde 1945 einer der ersten gemeinnützigen Mehrspartenvereine (Breitensport) in der Bundesrepublik gegründet.
Zur selben Zeit verdoppelte sich auch die Einwohnerzahl, da viele Flüchtlinge, in Folge des 2. Weltkriegs, Zuflucht in Egelsbach fanden. Das war eine große Herausforderung für die Gemeinde. Aber die SG Egelsbach zeigte sich als integratives Element, in der viele Neubürger eine 2. Heimat fanden.

Auch durch diese und weitere Neubürger, z.B. "Gastarbeiter" und deren Kinder, wuchs die SG Egelsbach zum größten Sportverein des Sportkreises Offenbach mit rund 3.000 Mitgliedern heran.
Auf die große Auswahl an sportlichen und kulturellen Angeboten in mehr als 15 autonomen Abteilungen sind wir stolz.
Jede Abteilung hat ihre eigene Tradition, die auch bewahrt bleiben soll. Vereint haben wir vor zwei Jahren ein Öffnet PDF-Datei Leitbild, unter Einbeziehung möglichst vieler Mitglieder, aller Abteilungsleiter und des Vorstands, entwickelt.
Als "Gemeinschaft, die für Alle offen ist", geben wir allen Altersgruppen "die Möglichkeit sich gesund und sportlich zu bewegen". Dabei ist es uns wichtig vor allem die Werte "Freude an Leistung, Disziplin, Fairness, Respekt und Toleranz" zu vertreten und zu vermitteln.

Der Aufruf der Sportjugend Hessen 2014 an die Sportvereine einen Integrationsbeitrag zur Willkommenskultur zu leisten traf bei der SG Egelsbach natürlich auf offene Ohren. Bereits seit 2013, mit der Gründung der Abteilung Cricket, war die SGE "IDS-Stützpunkt" in Hessen. Dem Aufruf der Sportjugend folgend, wurden, zunächst zentral, dann auch in einzelnen Abteilungen, Angebote für das Modelprojekt "Sport und Flüchtlinge" entwickelt.

Aktive der SGE

Im Dezember 2014 startete mit dem "Mitternachtsfußball für Flüchtlinge" ein Angebot, das vor allem von jungen Männern gut angenommen wurde und aus dem sich 2015 das aktuelle Projekt "Engagement im Fußball/Jugendfußball als Betreuer, Trainer oder Schiedsrichter - für junge geflüchtete Menschen" entwickelte.
Für Flüchtlingsfrauen wurde "Gymnastik - mit Kinderbetreuung" angeboten.
Die Maßnahmen werden vor Ort in Kooperation mit der (ökumenischen) Christlichen Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen (CFEE) durchgeführt.

Aktive der SGE


Die Abteilung Öffnet PDF_Datei CRICKET, die 2013 von Spielern, die alle als Arbeitsmigranten oder Flüchtlinge aus Pakistan gekommen waren - und mit intensiver formaler und praktischer Unterstützung durch die SGE-Beauftragten - gegründet worden war, tat sich durch besonderes ehrenamtliches Engagement für die Flüchtlinge hervor. Mitglieder übernehmen, auch außersportlich, die Betreuung von Flüchtlingen. Am Training dürfen Flüchtlinge einige Male kostenlos teilnehmen - die Ausgaben werden von der Abteilung getragen.

Aktive der SGE


Auch die Kampfsportsparte Öffnet PDF_Datei BOXEN bietet diese Möglichkeit, die begeistert, meist von jungen Menschen wahrgenommen wird.
Unerwartet: einige junge muslimische Flüchtlingsfrauen boxen sich durch!

Aktive der SGE


In der Kampfsportsparte Öffnet PDF_Datei JUDO wurden zunächst kostenlose Grundkurse für Flüchtlinge (Judo ganz Bunt) angeboten, die gut besucht waren. Die Integration erfolgte durch die anschließende Aufnahme in die Regelgruppen. Seit dem konnten bereits 2 erfolgreiche Gürtelprüfungen durchgeführt werden.
Ein Schnuppern in allen Gruppen ist jeder Zeit bei Judo und Boxen möglich.

Aktive der SGE


Die Abteilung Öffnet PDF_Datei TENNIS hat in der ersten Hälfte dieses Jahr auch ein Trainingsangebot speziell für Flüchtlinge gemacht, das zwar angenommen wurde, aber keinen weiteren integrativen Effekt hatte. In Zukunft soll das Angebot niedrigschwelliger konzipiert werden und im stärkeren Kontakt mit den Abteilungsmitgliedern stattfinden.

Aktive der SGE


Im Projekt der Abteilung FUSSBALL "Engagement im Fußball/Jugendfußball als Betreuer, Trainer oder Schiedsrichter - für junge geflüchtete Menschen" erfolgt neben dem praktischen Fußballtraining und der niedrigschwelligen Betreuung auf dem Platz theoretischer Unterricht in den Lehrblöcken: a.) Fachbegriffe und deren Verwendung, b.) Verein und Verband sowie c.) Engagement als Betreuer, Trainer oder Schiedsrichter.
In diesen Zusammenhängen lernten die Teilnehmer rasch und mit großer Motivation Deutsch. Sie erhielten selbsterstellte Lernmittel um auch zuhause üben zu können sowie das aktuell gültige Schiedsrichter-Regelbuch des DFB.

Kurs mit Sprachvermittlung


Alle Angebote wurden gut angenommen und werden auch von Frauen (mit und ohne Kopftuch) genutzt. Es scheint, dass Befürchtungen zu geschlechtsspezifischen Problemen überflüssig waren. Es bleibt aber die Frage offen, ob wir (als Verein) vielleicht nur die emanzipierteren Frauen erreichen?!

Hilfreich im Prozess der nahhaltigen Integration sind die gestaffelten Mitgliedsbeiträge. Der Mindestbeitrag für Arbeitslose und Niedrigverdiener (im Leistungsbezug) beträgt monatlich sowieso nur 2 € (umlagenfrei). Dieser Gruppe wurden in der Beitragsordnung bereits 2010 die "Asylbewerber" hinzugefügt.
Der Schritt ein reguläres Vereinsmitglied zu werden bedeutet auch ein formelles "sich einlassen" auf und in die deutsche/europäische Gesellschaft.

Seit diesem Jahr ist die Integration in das Vereinsleben stärker in den Fokus gerückt. Die meisten Flüchtlinge beteiligten zu gerne an den Arbeiten, die rund um den Sport anfielen.
Aus allen beteiligten Abteilungen werden zudem zurzeit Teilnehmer gemeldet, die sich bereits engagieren und eine Übungsleiterausbildung (mit Deutschkurs) für Flüchtlinge und Betreuer machen wollen. Die Ausbildung wird durch Fördermittel finanziert. Acht Flüchtlinge aus Egelsbach haben die Ausbildung bereits abgeschlossen. Einer von ihnen arbeitet bereits als Schiedsrichter.

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Öffnet PDF-Datei Infos zu Sportvereinen in Deutschland
   (DOSB-/IDS-Flyer in arabisch)

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Beauftrage für Integration in der SGE (Erweiterter Vorstand): Alexandra Lose